Borreliose-Selbsthilfegruppe-Heilbronn
Checkliste nach Dr. J. J. Burrascano jr.
Die Säulen zur Genesung
Informationen über Borreliose

Was ist Borreliose? Was bedeutet Borreliose?



Krankheit durch Zeckenstich

In Deutschland und Europa kann durch Zeckenstich oder auch Stiche anderer Insekten die FSME-Gehirnhautentzündung und die Borreliose übertragen werden. Und noch einige andere weniger beachtete Infektionen. Die FSME tritt vor allen in südlichen Gegenden auf. Gegen diese Krankheit kann man sich vorsorglich impfen lassen. Die FSME wird durch Viren hervorgerufen.

Das Risiko an einer Borreliose zu erkranken, ist weitaus höher als bisher angenommen wurde. Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien verursacht wird. Sie wurde „Lyme-Borreliose” genannt - zu Ehren des Ortes, an dem sie erstmals genau definiert wurde. Willy Burgdorfer fand dann im Jahr 1981 den Erreger dieser Lyme-Borreliose - nämlich ein schraubenförmiges Bakterium, das man ihm zu Ehren dann „Borrelia burgdorferi” nannte.

Die Borreliose ist kein lokales Phänomen, sondern nimmt durch ihre weite Verbreitung epidemische Ausmaße an. Eine Ansteckungsgefahr mit Erregern der Infektionskrankheit Borreliose besteht praktisch überall in Deutschland, da etwa jede fünfte Zecke mit diesen Bakterien verseucht ist. Jährlich rechnet man in der Bundesrepublik mit ca. 80.000 - 100.000 Neuinfektionen.



Der Lebensraum der Zecke

Zecken leben in Bodennähe, nicht wie irrtümlich behauptet: „sie fallen von den Bäumen herab”. Sie lauern auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Auch im eigenen Garten, auf Wiesen, in Parks und Feldrainen sind sie anzutreffen. Sie setzen sich durch Vorbeistreifen an Sträuchern oder Gebüsch in Wald und Flur, bei der Gartenarbeit, beim Picknick im Grünen auf unsere Kleidung. Von dort aus klettern sie an unseren Körper, sie suchen sich eine warme Stelle, wo sie sich festhalten. Sie betäuben die Stelle auf der Haut, erst dann stechen sie zum Blutsaugen zu. Zecken benötigen für ihre Entwicklung Blut von Säugetieren, z. B. Igel, Mäuse, Rehe, aber auch das Blut von Menschen ist ihnen willkommen.



Wie man sich vor Zecken schützen kann

Zeckenstiche kann man leider nicht völlig vermeiden. Bei Beachtung einiger Regeln, können sie aber in Grenzen gehalten werden: Tragen Sie Hemden oder Blusen mit langen Ärmeln, Hosen mit langen Beinen. Streifen Sie Stümpfe über die Hosenbeine und tragen Sie geschlossene Schuhe.

Tragen Sie helle Kleidung, weil Sie die winzigen Zecken darauf besser entdecken können. Tragen Sie, wenn möglich, eine Kopfbedeckung.

Streifen Sie nicht durchs Gebüsch. Schaffen Sie durch zurückschneiden von Hecken und Büschen im Garten eine zeckenfreie Zone.

Schauen Sie Ihren Körper, vor allen zwischen den Beinen, unter den Armen, um den Nabel herum und am Kopf, Hals und Ohren nach krabbelnden oder festgesaugten Zecken ab.

Berühren Sie keine wilden Tiere, denn sie tragen meist Zecken in ihrem Fell.

Suchen Sie Ihre Haustiere regelmäßig nach Zecken ab. Die Hundezecke überträgt zwar nicht die Borreliose, aber Überträger-Zecken ernähren sich vom Blut des Hundes und können deshalb auch an Haustieren gefunden werden. Gelegentlich erkranken auch Hunde und Katzen an Borreliose.



Wie werden Zecken entfernt?

Wenn Sie an Ihrem Körper eine Zecke entdecken, so können Sie diese auf folgende Weise entfernen:

Greifen Sie die Zecke mit einer spitzen Pinzette oder Zeckenkarte oder Schlinge (in Apotheken erhältlich) so nahe an der Haut wie möglich. Versuchen Sie nicht, die Zecke mit den Fingern zu fassen, auch wenn sie groß genug erscheint.

Das Quetschen der Zecke, vor allen Dingen des Hinterleibes, führt dazu, dass erregerhaltige Flüssigkeit direkt in die Stichwunde gedrückt wird.

Ziehen Sie die Zecke mit einer leichten Drehbewegung, langsam und gleichmäßig heraus. Die Richtung ist dabei egal!

Tupfen Sie die Stelle mit einem Desinfektionsmittel ab.

Wenn Sie Teile der Zecke nicht entfernen konnten, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf.

Wenn Sie Angst haben die Zecke zu entfernen, suchen Sie ebenfalls Ihren Arzt auf.

Wichtiger Hinweis:

Vergessen Sie alle früher angewendeten Mittel zum Entfernen einer Zecke, z. B. mit Oel beträufeln oder mit Uhu-Klebmittel verkleben. Die Zecke bekommt Angstzustände und erbricht ihren Darminhalt mit evtl. Borrelien-Bakterien in die Stichstelle.

Noch ein Hinweis:

Heben Sie die entfernte Zecke lange auf. Denn bei einer möglichen Infektion oder verdächtigen Symptomen, auch nach Jahren, kann man die Zecke auf mögliche Erreger untersuchen. Versehen Sie die Zecke mit Datum und Stichort am Körper. Eine Zecke zu untersuchen ist günstger, einfacher und hinweisend.

Achtung:

Wenn sich nach einem Zeckenstich eine ringförmige Rötung auch noch nach längerer Zeit zeigt, sofort den Arzt aufsuchen. Die Rötung ist ein eindeutiger Hinweis auf eine Borrelien-Infektion. Hier ist vorsorglich eine Antibiotika-Therapie angesagt. Wichtig: ausreichend dosiert und ausreichend lange behandelt, ca. 21-28 Tage oder länger (siehe Leitlinien).

 


Stadien der Borreliose

Stadium l (Frühstadium):

Nach dem Stich der Zecke entwickelt sich bei ca. 50 % der Betroffenen eine ringförmige Hautrötung um die Stichstelle, das sogenannte Erythema migrans. Diese Hautveränderungen können größer und größer werden, bis sie ganze Körperpartien umfassen. In den meisten Fällen verschwindet die Hautrötung von allein. Sie ist aber ein sicherer Hinweis. Sehr häufig wird diese Hautveränderung von Grippe ähnlichen Beschwerden, wie erhöhter Körpertemperatur, Schweißausbrüchen, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen begleitet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich der Erreger über die Blutbahn im Körper ausbreitet. Nun spricht man vom:

Stadium II (Wochen bis Monate nach Infektionsbeginn):

Wenn eine Infektion in diesem Stadium nicht behandelt wird, siedeln sich die Bakterien in verschiedenen Körperteilen an. Die Bakterien bleiben nur ganz kurz in der Blutbahn, so schnell wie möglich setzen sie sich in den Organen fest. Die Borrelien haben eine Vorliebe für bestimmte Organe, besonders die Gelenke, Muskeln und Bänder haben es ihnen angetan, sie können dort Entzündungen. Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühl, Brennen und Kribbeln verursachen. Auch im Nervensystem treiben sie gern ihr Unwesen, es kann zu Nervenentzündungen mit neuralgischen Schmerzen, vor allem in der Nacht, kommen. Lähmungserscheinungen sind keine Seltenheit.

Neben den vorgestellten Krankheitsbildern kann auch eine Hirnhautreizung starke Kopfschmerzen, Nackensteifheit, sowie Brennen im Kopf verursachen. Es kann auch das Herz betroffen sein. Die häufigsten Symptome sind Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen. Nicht selten leiden die Betroffenen an Müdigkeit, Schlappheit, häufig auch Schlafstörungen.

Stadium III (Monate bis Jahre nach Infektionsbeginn):

Dieses Stadium ist durch rheumatische Beschwerden, wie chronische Gelenk- und Muskelentzündungen mit Schmerzen, sowie durch Hautveränderungen gekennzeichnet. Da die Krankheit in Schüben verläuft und auch noch nach Jahren Beschwerden verursachen kann, ist sie in ihrer Erscheinungsform der Multiplen Sklerose (MS) sehr ähnlich.



Symptome der Borreliose:

  • Fieber, Schwitzen, Frösteln
  • Gewichtsveränderungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Geringe Ausdauer
  • Verdickte Lymphknoten
  • Halsschmerzen, Schmerzen in den Leisten
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Magenbeschwerden
  • Unverträglichkeiten, Kurzatmigkeit, Husten
  • Herzklopfen
  • Herzstolpern
  • Gelenkschmerzen
  • Gelenkschwellungen
  • Muskelschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteifheit
  • Nackenschmerzen, Kribbeln
  • Taubheitsgefühl
  • brennende Glieder, Gefühlsstörungen
  • einschießende Schmerzen
  • Sprech- und Schreibschwierigkeiten
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • und viele andere Symptome


Die Diagnose

Um eine Borreliose festzustellen, wird der Arzt nach einem Zeckenstich fragen, und ob es zu einer Hautrötung gekommen ist. Nicht immer weiß der Betroffene von einem Zeckenstich oder man hatte keine Hautrötung gehabt. Verschiedene spezielle Blut- oder Laboruntersuchung können bestätigen, ob eine Borreliose vorliegt. Doch auch bei negativen Laboruntersuchungen können die vielen verschiedenen Symptome dem Arzt einen Hinweis auf eine Borreliose geben, teilen Sie ihm alle Veränderungen mit.



Die Behandlung der Borrelien-Infektion

Es gibt keine universell wirksame antibiotische Therapie der Borreliose. Das ausgewählte Medikament, die verschriebene Dosierung und Zeitdauer ist individuell unterschiedlich. Eine Rolle spielen dabei Alter, Gewicht, Magen- und Darmverträglichkeit u. a. Es gibt verschiedene Arten von Antibiotika, die zur Behandlung der Borreliose verwendet werden. Wichtig ist, dass eine stadien- und symptomangepasste Therapie lange genug durchgeführt wird.



Tipps

Allen Betroffenen wird ein täglicher Verzehr von Joghurt oder anderen Lebensmitteln, die Milchsäurebakterien enthalten, empfohlen. Dies hilft zur Aufrechterhaltung der stark belasteten Darmflora durch die Antibiotikatherapie. Vitamin C unterstützt das Immunsystem. Vitamin B-Komplex und Magnesium unterstützt Muskulatur und Nerven. Gesunde Ernährung sowieso!

Aber auch die Seele will gestreichelt werden und der Körper braucht Pausen.

Es ist wichtig, sich nicht nur auf die Therapie des Arztes zu verlassen, sondern für sich selber herauszufinden, was „der Genesung und Immunsystempflege gut tut”.



Hier könnten wir vielleicht mal eine Liste vieler Erfahrungen und Anregungen anlegen!

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